Salbei, echter

Salbei, echter – Salvia officinalis – Shǔ Wěi Cǎo – 鼠尾草

Name:

Das deutsche Wort Salbei stammt von den Römern. Sie nannten ihn „Salvia“, was von „salvus“ kommt, lateinisch für „gesund“ steht. Salvare” heißt so viel wie heilen oder retten.

In Aufzeichnungen der  alten Griechen  aus dem 4. Jahrhundert wurde die Pflanze als Sphakos (σφάκος) bezeichnet. Mit Sphakos (σφάκος) war der apfeltragende Salbei oder Kreta-Salbei (Salvia pomifera) und mit ἐλελισφακος der dreipappige Salbei (Salvia fruticosa oder triloba) gemeint.

Der Salbei gehört zu den Lippenblütlern (Lamiaceae). Die einzelne Lippenblüte bildet mit ihrer großen vorgeschobenen Lippe einen idealen Landeplatz für Hummeln. Sie stecken ihren langen Rüssel in die Blüte und lösen damit einen “Hebelarm” aus, welcher wiederum bewirkt, dass zwei sehr lange Staubgefäße der Hummel auf den Rücken schlagen und den Blütenstaub an ihrem haarigen Körper abstreifen, die damit zur nächsten Blüte weiterfliegt, usw….  Das ist der sogenannte “Schlagbaum-Mechanismus” .

Die Gattung der Salbei hat einen sehr großen Artenreichtum. Weltweit gibt es vermutlich mehr als 1000 verschiedene Salbeiarten. Mit durchaus unterschiedlichen Wirkspektren, was ihre Heilwirkung betrifft. Viele sind auch nur als Zierpflanzen in Verwendung.

Wenn Du einmal zufällig nach Südtirol kommst würde ich Dir einen Besuch im Garten des Schlosses Trauttmansdorff empfehlen, wo Du verschiedenste Arten bewundern kannst.

Der Griechische Salbei (Salvia fruticosa), auch Dreilappiger Salbei ist in mediterranen Regionen zu finden. Er ist nur bedingt winterhart. Der von Theophrast, Dioskurides und anderen antiken Autoren verwendete und oben bereits erwähnt Name „Elelisphakos“ hat vermutlich auch für den „Griechischen Salbei“ zugetroffen. Der Griechische Salbei wird vor allem zur Gewinnung des Griechischen Salbeiöls angebaut. Im Griechischen Salbeiöl dominiert also Cineol (schleimlösend), während nur wenig vom heiklen Thujon enthalten ist.

Der chinesische Name „Shǔ Wěi Cǎo“ wird soweit ich es recherchieren konnte für diverse Salbei-Arten verwendet (auch für den Muskatellersalbei), was wohl daran liegen mag, dass unsere Salbei-Arten keine originalen Pflanzen der TCM sind, denn ansonsten ist die TCM in der Namensgebung überaus exakt. Falls jemand von euch eine Erklärung dafür hat, freue ich mich über Kommentare dazu.

Gewinnung:

Wasserdampfdestillation der getrockneten Blätter. Ca 100kg = 1L ÄÖ.

Inhaltsstoffe:

Ätherisches Öl von Salvia officinalis: Ca. 60% Monoterpenketone (v.a. Thujon, …), ca. 10-15% Oxide (1,8 Cineol), Sesquiterpene, Monoterpenole, Monoterpene, …

Thujon wirkt bei richtiger therapeutischer Dosierung krampflösend, desinfizierend, schweißhemmend aber in hoher Dosierung ist es ein starkes Nervengift und ruft Halluzinationen, Psychosen und epileptische Krämpfe hervor.
Vermutlich hat bei den Absinth-Trinkern eine Wechselwirkung zwischen Alkoholgehalt und Thujonresorption zum
Absinthismus geführt.

Im Unterschied dazu enthält das ätherische Öl von Salvia fruticosa Mill. 40–60 % 1,8 Cineol, nur 5–6 % Thujon, 1,5–24 % Campher, … (das macht es dem ätherischen Öl von Eukalyptus globulus ähnlich).

Element:

Metall (Erde)

Eigenschaften:

Duft: würzig / krautig (etwas blumig)

TCM:

Qi stärkend, unterstützt die Milz in ihrer Funktion die Organe zu halten
Stärkt das Wei-Qi
Beseitigt Schleim

Funktion / Indikation:

Salvia officinalis, echter Salbei
Antiviral, bakterizid
Entzündungen der Mundschleimhaut
Bronchitis (Schleim verflüssigende Wirkung der Monoterpenketone und zusätzlich auswurffördernde Wirkung von 1,8 Cineol)
Fördert die Konzentration, klärt den Geist

Durch den hohen Anteil an Monoterpenketonen ist das Salbeiöl ein Öl für die erfahrenen Therapeuten.
Dosisempfehlungen:
1 – 2 Tropfen in 50 ml Basisöl
2 – 3 Tropfen in 5 ml Alkohol in 50 ml Wasser für ein Raumspray geben

In einer Dosierung von < 0,5% sollte es aber keine Probleme geben.

Salvia triloba (der griechische Salbei) wird durch Wasserdampfdestillation des blühenden Krautes gewonnen. Sein Duft ist frisch, krautig und leicht kampferartig. Wegen seines niedrigeren Gehaltes an Monoterpenketonen ist er eine mildere Alternative zum ätherischen Öl von Salvia officinalis.

Geschichte:

Der Salbei war ja ursprünglich eigentlich im Mittelmeerraum beheimatet, dann brachten ihn aber Mönche im Mittelalter nördlich der Alpen.
Karl der Große hat mit der Landgüterverordnung, “Capitulare de villis“, um 812 n. Chr. 89 Pflanzen und Heilkräuter aufgelistet, die die medizinische Grundversorgung der Bevölkerung innerhalb seines Reiches verbessern sollten und darunter war auch der Salbei. Dadurch hat seine Bedeutung als Heilpflanze in unseren Breiten an Wichtigkeit gewonnen.

Anwendung:

Feeling Salbeiöl bio Salvia officinalis

Ketonarme Varianten von Salbeiöl:
Salbei kleinblättrig (ketonarm) bio, ätherisches Öl
Griechischer Salbei Salvia fruticosa 100% naturreines Öl

CAVE:

Nicht für Kinder, Schwangere und nicht bei Epilepsie und Vorsicht bei Bluthochdruck

Gabi Peham

Dr. Gabi Peham -
Ärztin für Allgemeinmedizin -
Akupunktur, TCM, Phytotherapie, Aromakunde

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit markiert.

{"email":"Email address invalid","url":"Website address invalid","required":"Required field missing"}

Anmelden