Topfavoriten 2026

Heilpflanze des Jahres 2026


Gemeine Nachtkerze - Oenothera biennis L.


Heuer wurde vom Verein zur Förderung der naturgemäßen Heilweise nach Theophrastus Bombastus von Hohenheim (NHV) die gemeine Nachtkerze gewählt - mehr dazu siehe hier >>

Eigentlich stammt die gemeine Nachtkerze, wie andere Nachtkerzenarten von dem amerikanischen Kontinent. Sie kam erst im 17. Jhdt. als Zierpflanze in die Gärten Europas und verwilderte dann. Sie wird deshalb auch als Neophyt bezeichnet.

Der Name:
Die Gemeine Nachtkerze öffnet ihre Blüten erst bei Einbruch der Dämmerung und am darauffolgenden Vormittag beginnen die Blüten schon wieder zu verwelken. Der intensive Duft lockt aber viele nachtaktive Schmetterlinge, Bienen usw. an und ist für sie eine wichtige Nahrungsquelle.
Aber nicht nur für Insekten sondern auch für uns Menschen ist sie eine Nahrungsquelle. Die Blüten können als Dekoration verwendet werden, die jungen Blätter kann man dünsten, die Samen sind zum Beispiel gut zum Müsli zu verwenden und selbst die Wurzeln waren früher ein beliebtes Wurzelgemüse.
Viele interessante Informationen zur Nachtkerzenwurzel und Rezepte kannst die auf der Webseite von „rabenkräuter.at" hier >> finden oder auch bei „Kochlust“ hier >>.

Der wichtigste Bestandteil ist das Nachtkerzenöl! 

Inhaltsstoffe:
Linolsäure (Omega-6): ca. 65–75 %
Gamma-Linolensäure (GLA, Omega-6): ca. 8–14 % (→ wichtigster Wirkstoff), und andere …

Linolsäure:
Stärkt die Hautbarriere, hilft Feuchtigkeit zu halten
Unterstützt die Regeneration trockener, schuppiger Haut
Kann verstopften Poren entgegenwirken

Gamma-Linolensäure (GLA)
Wird im Körper zu entzündungshemmenden Botenstoffen umgebaut
Kann Rötungen und Reizungen der Haut verringern
Unterstützt die Haut bei: Neurodermitis-Neigung, trockener, empfindlicher Haut, entzündlichen Prozessen

Das Nachtkerzenöl wirkt regulierend auf den Zellstoffwechsel und die Talgproduktion, verbessert Elastizität der Haut und Regeneration
Anwendung: bei trockener Haut, Neurodermitis, Psoriasis, Akne, brüchigen Haaren und Nägeln
Eine positive Wirkung von Nachtkerzenöl bei PMS-Symptomen ist nicht belegt!
Es ist auch für innere Anwendung geeignet! 

Das HMPC (Committee on Herbal Medicinal Products) der EMA stuft Nachtkerzenöl (Oenotherae oleum), gewonnen aus Oenothera biennis L. als traditionelles pflanzliches Arzneimittel ein. Es wird primär zur Linderung von Juckreiz bei kurz- und langfristig trockener Haut bei Erwachsenen und Jugendlichen über 12 Jahren verwendet. 

Wichtige Informationen laut HMPC (European Medicines Agency): 
Anwendungsdauer: Sollten die Symptome länger als 8 Wochen andauern, ist ein Arzt oder qualifiziertes Gesundheitspersonal zu konsultieren.
Nebenwirkungen: Es können gastrointestinale Effekte (Verdauungsstörungen, Übelkeit, weicher Stuhlgang), Temperaturanstieg und Überempfindlichkeitsreaktionen (Ausschlag) auftreten.
Gegenanzeigen/Warnhinweise: Sicherheit während Schwangerschaft und Stillzeit ist nicht belegt


Nachtkerzenöl steht als kaltgepresstes Speiseöl, Nahrungsergänzung (Kapseln) und Bestandteil von Cremes, Salben und medizinischer Hautpflege zur Verfügung.
In der inneren Anwendung werden meist standardisierte Kapseln genutzt.
Das Nachtkerzenöl ist in Form von Kapseln à 0,3 - 0,5 g Öl (500 mg Öl pro Kapsel davon ~ 40–60 mg GLA) in der Apotheke erhältlich.
Im Handbuch der Arzneipflanzen wird eine Tagesdosis von 2 – 3 g Öl empfohlen - Je nach Produktstärke entsprechen 2–3 g Nachtkerzenöl etwa 2–6 Kapseln täglich (je nach Verordnung).

Arzneipflanze des Jahres 2026

Ingwer - Zingiberofficinalis L. (Zingiberaceae)

Vom Studienkreis Entwicklungsgeschichte der Arzneipflanzenkunde gemeinsam mit der Gesellschaft für Phytotherapie (GFP) sowie auch von der ÖGPHYT wurde der Ingwer (Zingiber officinale) zur Arzneipflanze des Jahres 2026 gekürt.

Als Autorin dieser Webseite freut es mich natürlich besonders, dass gerade der Ingwer heuer die Wahl gewonnen hat, denn die TCM ist ohne Ingwer fast nicht denkbar. Ingwer in welcher Form auch immer ist Bestandteil unzähliger Rezepturen. 

Mehr Informationen zum frischen Ingwer und zum getrockneten Ingwer kannst du auch auf meiner Webseite finden.

Ingwer ist laut ESCOP-Monographie geeignet zur Vorbeugung von Übelkeit und Erbrechen, zum Beispiel bei Reisekrankheit und Schwangerschaft.

Giftpflanze des Jahres 2026

Gartenbohne  - Phaseolus vulgaris L. (Fabaceae)


Die Gartenbohne wurde zwar durch den Verein zur Erhaltung der Nutzpflanzenvielfalt (VEN) zum Gemüse des Jahres 2004 gewählt hat es aber heuer dennoch auf Platz eins der Giftpflanzen gebracht! 

Wie das? Einst Gemüsepflanze des Jahres und nun Giftpflanze des Jahres 🤔 ...

Gartenbohnen spielen vor allem in Mittel und Süd-Amerika aufgrund ihres hohen Proteingehaltes eine ganz wichtige Rolle für die Grundversorgung der Bevölkerung. Sie enthalten aber für den Menschen giftige Lektine (Phaseolin), die jedoch durch Kochen zerstört werden (!).

Du kannst Dir dazu auch gerne den Blogartikel "Giftstoffe im Hausgarten" ansehen.

Es gibt aber tatsächlich "grüne Bohnen" die roh verzehrt werden. Ich habe sie in Thailand kennengelernt.

Phaseolus vulgaris (Gartenbohne) versus Vigna unguiculata (Schlangenbohne)

Der Unterschied liegt tatsächlich in der Bohnenart und der Inhaltsstoff-Zusammensetzung.

Thailändische lange Bohnen = Asiatische Langbohnen / Yardlong Beans - Vigna unguiculata subsp. sesquipedalis (L.) (Familie der Fabaceae)
Die Schlangenbohne ist eng verwandt mit der Augenbohne!
Typisch: sehr lange, dünne Hülsen, zarter, süßlicher Geschmack, werden roh zu Salaten (z. B. Som Tam) gegessen, enthalten deutlich weniger problematische Lektine (!)

Gartenbohnen = andere Familie = Phaseolus vulgaris (Familie der Fabaceae)

Diese enthalten roh relativ viel Phasin (Lectin), ein giftiges Eiweiß,  das Übelkeit, Erbrechen, Durchfall auslösen kann. Schon wenige rohe Bohnen können Beschwerden machen. 
WICHTIG: hitzeempfindlich → wird beim Kochen zerstört
Deshalb:
Gartenbohnen immer kochen!!!

Blume des Jahres 2026

Acker- oder Feldrittersporn - Consolida regalis GRAY. (Ranunculaceae)


Der Feldrittersporn ist eider durch den vermehrten Einsatz von Herbiziden selten geworden und ist bereits in der Roten Liste gefährdeter Arten eingestuft.

Mit seinen intensiven blauen Blüten dient er Insekten mit langem Rüssel - wie Hummeln und Schmetterlingen - als Futterquelle (andere kommen an den im Sporn versteckten Nektar nicht heran).
Er macht sich aber auch in Gärten mit seinen dunkelblau-violetten Trauben sehr hübsch. Vielleicht hast du ja Lust zur Aussaat und trägst so ein wenig zu seinem Überleben bei? 

Zum Beispiel beim „Samenhäufl“, ...

Der Rittersporn ist ein Lichtkeimer und Kaltkeimer. Die Samen sollten bei der Aussaat nicht mit Erde bedeckt werden und die Aussaat erfolgt am Besten im zeitigen Frühjahr oder im Herbst erfolgen.
Er bevorzugt sonnige bis halbschattige Standorte mit mäßig trockenen, nährstoffreichen, lockeren Lehmböden.

Gabi Peham

Dr. Gabi Peham -
Ärztin für Allgemeinmedizin -
Akupunktur, TCM, Phytotherapie, Aromakunde

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